EMS-Training lässt sich grundsätzlich gut mit anderen Trainingsformen kombinieren. Entscheidend ist aber, wie die einzelnen Einheiten geplant werden. Ganzkörper-EMS ist ein intensiver Trainingsreiz für die Muskulatur – deshalb sollte es nicht einfach zusätzlich zu anderen intensiven Belastungen durchgeführt werden, sondern sinnvoll in den Trainingsalltag integriert werden.

Warum EMS nicht einfach „zusätzlich“ trainiert werden sollte

Beim EMS-Training werden viele große Muskelgruppen gleichzeitig aktiviert. Dadurch entsteht in kurzer Zeit ein sehr intensiver Reiz für die Muskulatur.

Genau das macht EMS so effektiv – bedeutet aber auch, dass der Körper ausreichend Zeit zur Regeneration braucht. Wird EMS zu häufig oder ungünstig mit anderen intensiven Einheiten kombiniert, kann das die Erholung beeinträchtigen und den Trainingseffekt reduzieren.

EMS und Krafttraining

EMS und klassisches Krafttraining verfolgen ein ähnliches Ziel: den Aufbau von Muskulatur und Kraft.

Eine Kombination ist möglich, sollte aber nicht gleichzeitig stattfinden. Während einer EMS-Einheit stehen kontrollierte Bewegungen und die gezielte Muskelanspannung im Vordergrund. Zusätzliche hohe Gewichte würden die Belastung unnötig erhöhen, ohne den Effekt sinnvoll zu verbessern.

Sinnvoll ist stattdessen:

  • EMS als eigenständige Krafteinheit
  • klassisches Krafttraining an getrennten Tagen
  • ausreichend Regeneration zwischen intensiven Einheiten

So können beide Trainingsformen ihre Wirkung optimal entfalten.

EMS und Ausdauertraining

EMS kann mit Ausdauertraining wie Gehen, Laufen, Radfahren oder Crosstraining kombiniert werden.

Wichtig ist auch hier die richtige Einordnung.

Am effektivsten ist es, die Trainingsziele zu trennen: EMS für Muskelkraft, Stabilität und Körperformung – und an anderen Tagen Ausdauertraining für Herz und Kreislauf.

Wird EMS gleichzeitig mit einer Ausdauereinheit eingesetzt, sind die Impulse in der Regel moderater. Die Bewegung steht im Vordergrund, nicht die maximale Muskelaktivierung. Solche Einheiten zählen eher zum Herz-Kreislauf-Training und ersetzen keine intensive EMS-Krafteinheit.

EMS und Beweglichkeit oder Alltag

Unproblematisch ist die Kombination von EMS mit leichter Bewegung, Mobilisation oder Alltagstätigkeit. Spaziergänge, lockeres Radfahren oder Beweglichkeitstraining können die Regeneration an den Tagen ohne EMS-Training sogar unterstützen. Hier entsteht kein zusätzlicher intensiver Trainingsreiz, sondern eher ein Ausgleich.

Wie viel Abstand ist sinnvoll?

Da EMS ein intensives Muskeltraining ist, spielt Regeneration eine zentrale Rolle.

In der Praxis hat es sich bewährt, zwischen zwei intensiven Kraft- oder Belastungseinheiten mindestens 4 Tage Pause einzuplanen und zusätzlich auf das eigene Körpergefühl zu achten.

Sicherheit und Betreuung

EMS-Training sollte grundsätzlich nur unter professioneller Anleitung durchgeführt werden.

Wichtig sind:

  1. fachkundige Betreuung während des Trainings
  2. individuell angepasste Intensität
  3. ausreichende Regeneration zwischen den Einheiten

Nur so kann EMS sicher und effektiv eingesetzt werden.

Fazit

EMS-Training kann sinnvoll mit anderen Trainingsformen kombiniert werden – wenn die Belastung richtig gesteuert wird.

Besonders wichtig ist die Trennung der Trainingsreize: EMS setzt einen intensiven Fokus auf die Muskulatur, während Ausdauertraining Herz und Kreislauf anspricht.

Wer beides gezielt kombiniert und ausreichend Pausen einhält, kann von den jeweiligen Vorteilen optimal profitieren.

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Quellen & wissenschaftliche Grundlagen

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Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV)

Empfehlung der Strahlenschutzkommission mit wissenschaftlicher Begründung: Anwendungen elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder (EMF) zu nichtmedizinischen Zwecken am Menschen. Verabschiedet im Umlaufverfahren am 12. August 2019, Bekanntmachung im BAnz AT 04.03.2020 B6