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Creatinkinase-Aktivität nach EMS

Gesundheit & Fitness

EMS-Training erhöhe die Creatinkinase-Aktivität, durch die die Muskulatur überlastet werde, heißt es immer wieder von Kritikern, die von Fällen berichten, bei denen EMS-Trainierende aufgrund stark erhöhter Werte ärztlich behandelt werden mussten. Was ist dran an dieser Behauptung? Wir sind der Frage nachgegangen, wie sportliche Belastungen – und besonders EMS-Training – mit dem Creatinkinase-Wert zusammenhängen!  

Creatinkinase

Was ist Creatinkinase eigentlich?

Die Creatinkinase (CK) ist ein Enzym, das in allen Muskelzellen des Körpers, im Gehirn und in anderen Geweben vorkommt. Es ist dafür zuständig, dass bestimmte Energiespeicher in den Muskelzellen, die Adenosintriphosphate (ATP), ausreichend vorhanden sind. Kurz: Die Creatinkinase sorgt dafür, dass genügend Energie zur Verfügung steht. 

Wenn Muskelzellen geschädigt werden, ist der CK-Wert höher als normal. Solche erhöhten CK-Werte können verschiedene Ursachen haben: Muskelerkrankungen, Herzinfarkte, epileptische Anfälle, Morbus Parkinson, Verbrennungen, Stromunfälle, Vergiftungen, Drogenkonsum oder Infektionen. Es muss jedoch nicht immer eine Erkrankung schuld sein. Auch nach einer Geburt, nach Operationen, Impfungen oder Stürzen sowie starker körperlicher Belastung können die CK-Werte erhöht sein. Nach intensivem Training, besonders nach Krafttraining, oder anderen extremen Ausdauerleistungen findet sich vermehrt Creatinkinase im Blut, ohne dass eine Erkrankung vorliegt.

Der CK-Wert hat eine hohe diagnostische Bedeutung, denn der Arzt misst ihn bei Verdacht auf Herzinfarkt und Herzmuskelerkrankungen, um so die Schwere des Herzinfarktes festzustellen. Auch bei Muskelerkrankungen wird der CK-Wert ermittelt.

 

Erhöhte CK-Werte nach sportlichem Training

Intensives sportliches Training hat häufig zur Folge, dass der CK-Wert im Blut ansteigt. Der Anstieg hängt dann v. a. vom Trainingsstatus, dem Wiederholungseffekt und der beteiligten Muskulatur ab. Bei Untrainierten ist die CK-Aktivität höher als bei gut Trainierten, d. h. dass bei ihnen mehr Creatinkinase aus der Muskelzelle austritt und im Blut vorhanden ist. Es kommt auch darauf an, welche Muskelgruppen ins Training einbezogen werden. Muskeln, die weniger an Belastung gewöhnt sind, weisen einen höheren CK-Anstieg auf.

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Creatinkinase und Muskelkater

Wenn du nach deinem Training Muskelkater hast, liegt das an kleinsten Rissen im muskulären Bindegewebe, die durch die Überlastung der Muskelfasern entstehen. Muskelkater und erhöhte CK-Werte stehen nicht direkt in Zusammenhang miteinander, denn zu hohen CK-Werten kann es auch ohne Muskelkater kommen. Andererseits müssen Muskelkatersymptome nicht immer mit hohen CK-Werten einhergehen – es kommt vor, dass bei Sportlern selbst nach intensiven Dauerbelastungen keine erhöhten Werte messbar sind. Deshalb ist die CK-Aktivität in Bezug auf einen verursachten Muskelschaden nicht 100-prozentig aussagekräftig. 

 

CK-Werte nach EMS-Training

Messungen belegen, dass die Belastung für das Muskelgewebe bei einem EMS-Training um etwa 40 Prozent höher ist als bei einem herkömmlichen Krafttraining an Geräten. Die CK-Werte nach zehn Minuten EMS fielen dabei nur ein bisschen höher aus als nach fünf Minuten, d. h. eine kürzere Trainingsdauer hat wohl keinen großen Einfluss auf die CK-Aktivität.

Die entscheidende Rolle spielt jedoch die Stromintensität: EMS-Training erzielt Langzeiteffekte, denn die größten Leistungsanstiege zeigten sich in Studien erst nach einer zweiwöchigen Pause. Deshalb müsste die trainingsfreie Zeit bei EMS länger sein oder die Intensität heruntergeschraubt werden. Für Elektromuskelstimulation scheint ein Training alle vier Tage am besten geeignet zu sein. Tipp: Wenn der CK-Wert nach dem Training mit elektrischen Impulsen stark erhöht ist, sollte auf jeden Fall die Trainingsintensität vermindert werden!

 

Fazit

Ob erhöhte CK-Werte wirklich mit sportlichem Training in Verbindung gebracht werden können, ist fraglich, denn die Aussagekraft ist eingeschränkt. Hohe CK-Werte können zwar Auskunft über erhöhte muskuläre Beanspruchung geben, scheinen jedoch als Grund für Übertraining oder Überlastung nicht aussagekräftig genug. Erhöhte CK-Werte verleiten oft zu Fehlinterpretationen und werden fälschlicherweise als Indikator für Überlastung gesehen. Es ist normal, dass die CK-Werte bei Sportlern häufig ansteigen und weit über den Normalwerten liegen. Stark erhöhte CK-Werte sind auch oft ein Hinweis darauf, dass während des Trainings nicht genug getrunken wurde oder nicht ausreichend Elektrolyte aufgenommen wurden – gerade bei extremer Hitze kann dies passieren.

 

Quelle: EMS Beratungs- und Trainingshandbuch, GluckerKolleg

14.12.2016

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