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Hohe Creatinkinase-Aktivität nach EMS?

Gesundheit & Fitness

Lesedauer: ca. 3 Minuten


EMS-Training erhöhe die Creatinkinase-Aktivität, wodurch die Muskulatur überlastet werde, heißt es immer wieder von Kritikern, die von Fällen berichten, bei denen EMS-Trainierende aufgrund stark erhöhter Werte ärztlich behandelt werden mussten. Was ist dran an dieser Behauptung? Wir sind der Frage nachgegangen, wie sportliche Belastungen – und konkret EMS-Training – mit dem Creatinkinase-Wert zusammenhängen.


Creatinkinase

Was ist Creatinkinase eigentlich?


Die Creatinkinase (Abkürzung: CK) ist ein Enzym, das in allen Muskelzellen des Körpers, im Gehirn und in anderen Geweben vorkommt. Es ist dafür zuständig, dass Energiespeicher in den Muskelzellen, namentlich das Adenosintriphosphat (ATP), ausreichend vorhanden ist.


Kurz: Die Creatinkinase sorgt dafür, dass dem Muskel genügend Energie zur Verfügung steht.


Wenn Muskelzellen geschädigt werden, ist der CK-Wert höher als normal. Solche erhöhten CK-Werte können verschiedene Ursachen haben: Muskelerkrankungen, Herzinfarkte, epileptische Anfälle, Morbus Parkinson, Verbrennungen, Stromunfälle, Vergiftungen, Drogenkonsum oder Infektionen. Es muss jedoch nicht immer eine Erkrankung schuld sein. Auch nach einer Geburt, nach Operationen, Impfungen oder Stürzen, sowie starker körperlicher Belastung können die CK-Werte erhöht sein.


Nach intensivem Sport, besonders nach Krafttraining, oder anderen extremen Ausdauerleistungen findet sich vermehrt Creatinkinase im Blut, ohne dass eine Erkrankung vorliegt.


Der CK-Wert hat aber auch eine hohe diagnostische Bedeutung, denn der Arzt misst ihn bei Verdacht auf Herzinfarkt und Herzmuskelerkrankungen, um so die Schwere des Herzinfarktes festzustellen. Auch bei Muskelerkrankungen, oder Auflösung von Muskelzellen (Rhabdomyolyse) wird der CK-Wert ermittelt.


Erhöhte CK-Werte nach sportlicher Aktivität


Ein intensives Workout hat häufig zur Folge, dass der CK-Wert im Blut ansteigt. Der Anstieg hängt dann v. a. vom Trainingsstatus, dem Wiederholungseffekt und der beteiligten Muskulatur ab. Den Höchstwert erreicht man in der Regel 2 - 3 Tage nach dem Training. Nach diesem Peak fällt die CK-Menge im Blut rapide ab, da das Enzym als „Abfallprodukt“ vom Körper ausgeschieden wird. Der Abbau von Creatingkinase findet vor allem in den Nieren statt, weshalb man nach dem Training umso mehr auf seinen Flüssigkeitshaushalt achten sollte.


Bei Untrainierten ist die CK-Aktivität höher als bei gut Trainierten, d. h. dass bei ihnen mehr Creatinkinase aus der Muskelzelle austritt und im Blut vorhanden ist. Es kommt auch darauf an, welche Muskelgruppen ins Training einbezogen werden. Muskeln, die weniger an Belastung gewöhnt sind, lösen einen höheren CK-Anstieg aus.


Creatinkinase und Muskelkater


Wenn du nach deinem Training Muskelkater hast, liegt das an kleinsten Rissen im muskulären Bindegewebe, die durch die Überlastung der Muskelfasern entstehen. Muskelkater und erhöhte CK-Werte stehen aber nicht direkt in Zusammenhang miteinander, denn zu hohen CK-Werten kann es auch ohne Muskelkater kommen. Andererseits müssen Muskelkatersymptome nicht immer mit hohen CK-Werten einhergehen – es kommt vor, dass bei Sportlern selbst nach intensiven Dauerbelastungen keine erhöhten Werte messbar sind. Deshalb ist die CK-Aktivität in Bezug auf einen verursachten Muskelschaden nicht 100-prozentig aussagekräftig.


CK-Werte nach EMS-Training


Messungen belegen, dass die Belastung für das Muskelgewebe bei einem EMS-Training um etwa 40 Prozent höher ist als bei einem herkömmlichen Krafttraining an Geräten. Die CK-Werte nach zehn Minuten EMS fielen dabei nur ein bisschen höher aus als nach fünf Minuten, d. h. eine kürzere Trainingsdauer hat wohl keinen großen Einfluss auf die CK-Aktivität.


Die entscheidende Rolle spielt jedoch das Zusammenspiel aus Impulsintensität und Regeneration. Studien konnten nachweisen, dass der Körper sich an die Trainingsbelastung anpasst - der sog. „Repeated Bout Effect“. Allerdings wurde auch beobachtet, dass die Langzeiteffekte und Leistungsanstiege beim Training mit elektrischer Muskelstimulation nach deutlich längeren Regenerationsphasen eintreten. Dementsprechend sollte die trainingsfreie Zeit bei EMS länger sein, oder die Intensität heruntergeschraubt werden. Für optimale Ergebnisse, die dem Körper die Zeit einräumen adäquat auf die hohe CK-Belastung zu reagieren, empfiehlt sich eine vier tägige Pause zwischen den Trainingseinheiten


Fazit


Ob erhöhte CK-Werte wirklich mit sportlichem Training in Verbindung gebracht werden können, ist fraglich, denn die Aussagekraft ist eingeschränkt.


Hohe CK-Werte können zwar Auskunft über erhöhte muskuläre Beanspruchung geben, scheinen jedoch als Grund für Übertraining oder Überlastung nicht aussagekräftig genug. Erhöhte CK-Werte verleiten oft zu Fehlinterpretationen und werden fälschlicherweise als Indikator für Überlastung gesehen. Es ist normal, dass die CK-Werte bei Sportlern häufig ansteigen und weit über den Normalwerten liegen. Stark erhöhte CK-Werte sind auch oft ein Hinweis darauf, dass während des Trainings nicht genug getrunken wurde oder nicht ausreichend Elektrolyte aufgenommen wurden – gerade bei extremer Hitze kann dies passieren.


Was wir aber festhalten können ist, dass sich ein Zusammenhang zwischen erhöhter Creatinkinasebelastung nach intensivem Training und pathologischen Befunden wie Nierenversagen oder Rhabdomyolyse beim gesunden Menschen ausschließen lässt. Bei Einhaltung der empfohlenen Regenerationszeiten sind keine negativen Folgen zu erwarten!



Alle unsere Anbieter setzen auf geschultes und ausgebildetes Personal. Du kannst also ohne Bedenken dein Probetraining anfragen!


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Quelle: EMS Beratungs- und Trainingshandbuch, GluckerKolleg

©2020 Redaktion EMS-TRAINING.DE


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