Redaktionelle Einordnung

EMS-Training ist in Deutschland längst mehr als ein Nischenthema. Die Methode wird in spezialisierten EMS-Studios angeboten, im Personal Training eingesetzt, in gesundheitsorientierten Einrichtungen integriert und teilweise auch im medizinischen Umfeld genutzt. Wer den Markt bewerten will, muss deshalb zunächst sauber unterscheiden: Der tatsächliche EMS-Markt ist größer als das, was sich allein über reine EMS-Studios statistisch abbilden lässt.

Trotzdem bleiben genau diese Studios der wichtigste Gradmesser. Sie prägen die öffentliche Wahrnehmung des Segments, sie sind wirtschaftlich am klarsten erfassbar, und an ihnen lässt sich besonders gut ablesen, wie sich EMS in Deutschland entwickelt hat. Genau dort zeigt sich ein Bild, das auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt: Auf einen starken Aufstieg vor und nach Corona folgte eine Phase der Stagnation und Bereinigung. Wer genauer hinsieht, erkennt jedoch etwas anderes. Der Markt ist nicht am Ende. Er sortiert sich neu.

Und genau darin liegt seine Chance.


Der sichtbare Kernmarkt ist nur ein Teil des Ganzen

Wenn vom EMS-Markt in Deutschland gesprochen wird, sind meist zuerst die reinen EMS-Studios gemeint. Das ist nachvollziehbar. Sie stehen sichtbar für das Segment, arbeiten mit klarem Fokus auf Ganzkörper-EMS und machen das Angebot nach außen am deutlichsten greifbar.

Der Markt endet jedoch nicht an der Studiotür. EMS-Training findet auch im Personal Training statt, in gesundheitsorientierten Einrichtungen, in Shop-in-Shop-Konzepten und in weiteren Anwendungsfeldern, die statistisch häufig nicht als reines EMS-Studio erfasst werden. Der sichtbare Studiomarkt bildet also nicht die gesamte Nutzung von EMS in Deutschland ab.

Für die wirtschaftliche Bewertung bleibt er dennoch die zentrale Referenzgröße. Hier werden Betreiberzahlen, Preisniveau, Mitgliederentwicklung und Marktbewegungen besonders deutlich sichtbar. Wer die Entwicklung des Segments verstehen will, muss deshalb vor allem auf diesen Kernmarkt schauen.

Vor Corona war EMS ein klarer Wachstumsmarkt

Schon vor Corona war EMS eines der auffälligsten Spezialsegmente innerhalb der deutschen Fitness- und Gesundheitsbranche. Ende 2019 wurden 1.334 reine EMS-Studios gezählt. Der sichtbare Kernmarkt stand damals für mehr als 175.000 Mitglieder, rund 180 Millionen Euro Nettoumsatz und einen durchschnittlichen Monatsbeitrag von 91,20 Euro brutto.

Bereits in dieser Phase war klar, dass EMS anders funktioniert als klassische Fitnessmodelle. Nicht große Fläche, hohe Besucherzahlen oder günstige Monatsbeiträge standen im Mittelpunkt, sondern Zeitersparnis, persönliche Betreuung und ein klarer gesundheitlicher Nutzen. Genau diese Kombination machte das Angebot attraktiv.

EMS sprach damit früh eine Zielgruppe an, die sich im klassischen Fitnessmarkt oft nur teilweise wiederfand: Menschen mit wenig Zeit, mit höherem Betreuungsbedarf, mit gesundheitlicher Motivation oder mit dem Wunsch nach einem verbindlichen, geführten Training. Das Segment wuchs deshalb nicht über Masse, sondern über Positionierung.

Auch nach Corona erreichte der Markt zunächst seinen Höhepunkt

Bemerkenswert ist, dass der EMS-Markt seinen sichtbaren Höhepunkt nicht vor, sondern erst nach Corona erreichte. Ende 2022 wurden 1.434 reine EMS-Studios gezählt. Damit lag der Markt klar über dem Niveau von 2019. Gleichzeitig wuchs das Segment auf rund 200.000 Mitglieder und rund 200 Millionen Euro Nettoumsatz. Der durchschnittliche Monatsbeitrag lag zu diesem Zeitpunkt bereits bei 98,51 Euro brutto.

Diese Entwicklung kam nicht zufällig zustande. EMS hatte sich bereits vor Corona ein klares Profil erarbeitet. Das Segment war stärker über Dienstleistung als über Fläche definiert, sprach eine gesundheits- und betreuungsorientierte Zielgruppe an und verfügte über ein Preismodell, das sich deutlich vom klassischen Fitnessmarkt abhob.

Gerade diese eigenständige Positionierung half dem Markt, sich zunächst robust zu zeigen. EMS blieb ein relevantes Spezialsegment mit hoher Wertschöpfung pro Kunde. Gleichzeitig wurde aber in genau dieser Phase sichtbar, dass nicht jedes Wachstum automatisch dauerhaft tragfähig ist.

Stagnation und Bereinigung sind nicht dasselbe wie Schwäche

Nach der Wachstumsphase setzte eine Entwicklung ein, die heute klar zu erkennen ist. 2023 verlor die Dynamik erstmals sichtbar an Kraft. Die Zahl der reinen EMS-Studios sank leicht auf 1.429. Wirtschaftlich blieb das Segment zwar stark, mit rund 200.000 Mitgliedern und rund 210 Millionen Euro Nettoumsatz, aber der Markt sendete erstmals deutliche Signale, dass die frühere Expansionsgeschwindigkeit nicht unbegrenzt fortgeschrieben werden kann.

2024 wurde daraus eine spürbare Bereinigung. Die Zahl der reinen EMS-Studios fiel auf 1.345, die Mitgliederzahl auf rund 190.000 und der Nettoumsatz auf rund 200 Millionen Euro. 2025 setzte sich diese Entwicklung fort. Laut den aktuellen Eckdaten 2026 wurden zum Stichtag 31. Dezember 2025 noch 1.269 reine EMS-Studios gezählt. Die Mitgliederzahl lag bei rund 180.000, der Nettoumsatz bei rund 190 Millionen Euro.

Auf den ersten Blick wirkt das wie ein Rückschritt. Bei genauerer Betrachtung spricht vieles für eine andere Lesart. Der Markt hat eine Phase hinter sich, in der Trenddynamik, hohe Erwartungen und zum Teil zu optimistische Geschäftsmodelle eine große Rolle spielten. Heute wird klarer sichtbar, welche Konzepte tragfähig sind – und welche nicht.

Das ist kein Zeichen für den Kollaps eines Segments, sondern für die Reifung eines Marktes.

Die größte Herausforderung der vergangenen Jahre: Mitarbeiter

Ein zentraler Grund für die Stagnation war der Personalmangel. Für EMS-Studios traf dieses Problem besonders hart, weil das Geschäftsmodell wesentlich stärker von Betreuung abhängt als viele klassische Fitnessangebote.

EMS lebt von qualifizierter Anleitung, fester Terminstruktur, persönlicher Begleitung und verlässlicher Trainingssteuerung. Genau deshalb war der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern eine der größten Herausforderungen im Markt. Wo in anderen Fitnessmodellen manche Engpässe noch über Fläche, Automatisierung oder Selbstorganisation abgefedert werden können, stößt ein EMS-Studio deutlich schneller an Grenzen.

Das setzte viele Betreiber unter Druck. Selbst dort, wo Nachfrage vorhanden war, ließ sich das vorhandene Potenzial nicht immer vollständig ausschöpfen. Wachstum braucht in diesem Segment nicht nur Kunden, sondern Mitarbeiter, die das Leistungsversprechen im Alltag tatsächlich einlösen können.

Gerade hier verbessert sich die Perspektive inzwischen wieder. In einer schwächeren Gesamtwirtschaft steigt die Verfügbarkeit freier Arbeitsleistung. Für ein betreuungsintensives Segment wie EMS ist das ein wichtiger Vorteil. Hinzu kommt ein zweiter Hebel: Eine klare Positionierung und die Fokussierung auf eine zahlungskräftige, häufig ältere Zielgruppe ermöglichen höhere Beiträge. Dadurch entstehen bessere Spielräume für Gehaltsanpassungen, gezielte Mitarbeitergewinnung und langfristige Bindung.

Anders gesagt: Was den Markt zuletzt gebremst hat, kann in der nächsten Phase zu einem seiner größten Vorteile werden.

Der zweite Grund: Einige Konzepte haben sich zu weit vom eigentlichen EMS-Kern entfernt

Neben dem Thema Personal gab es einen zweiten zentralen Grund für die Marktstagnation: Ein Teil des Marktes entfernte sich zu weit von dem, was professionelles EMS-Training eigentlich ausmacht.

EMS ist kein reines Technikprodukt. Der Wert des Angebots entsteht nicht allein durch Stromimpulse, sondern durch die Verbindung von Technik, Anleitung, Sicherheit, Motivation, Belastungssteuerung und persönlicher Begleitung. Genau dafür zahlen Kunden höhere Beiträge. Genau darin liegt der eigentliche Unterschied zu einfachen Trainingsmodellen.

Trotzdem entwickelten sich im Markt immer wieder Angebote, die stärker auf Vereinfachung, vermeintliche Freiheit oder reduzierte Dienstleistung setzten. Experten warnten schon früh vor einer Entwicklung, die das betreuungsintensive Grundprinzip von EMS aushöhlt. Heute ist sichtbar, dass diese Warnung berechtigt war.

Dort, wo EMS zu stark vereinfacht oder von seinem betreuungsintensiven Kern gelöst wurde, ging genau das verloren, was das Angebot im Markt stark gemacht hatte. Freiheit bedeutete in der Praxis häufig nicht mehr Qualität, sondern weniger Begleitung, weniger Orientierung und weniger Verbindlichkeit.

Die Folgen waren absehbar: schwächere Bindung, mehr Unsicherheit, Betreiberwechsel, Schließungen und ein Markt, der in Teilen an Klarheit verlor. Nicht weil EMS als Methode nicht funktioniert hätte, sondern weil manche Konzepte das Modell an seiner sensibelsten Stelle abgeschwächt haben.

Die Gegenbewegung ist längst sichtbar: Das Preisniveau steigt

Ein besonders starkes Signal für die Einordnung des Marktes ist das Preisniveau. Denn wenn ein Segment an Anlagenzahl verliert und gleichzeitig auch noch bei den Mitgliedsbeiträgen unter Druck gerät, wäre das ein klares Warnzeichen. Genau das ist im EMS-Markt aber nicht zu beobachten.

Im Gegenteil: Die durchschnittlichen Monatsbeiträge sind über Jahre deutlich gestiegen. 2019 lag der durchschnittliche Mitgliedsbeitrag bei 91,20 Euro brutto. 2022 waren es bereits 98,51 Euro, 2023 dann 100,74 Euro, 2024 106,60 Euro und 2025 schließlich 107,41 Euro brutto.

Diese Entwicklung ist für die Marktbewertung hoch relevant. Denn sie zeigt, dass die Bereinigung nicht mit einem Preisverfall einhergeht. Der Markt verliert also nicht seine wirtschaftliche Grundlage, sondern behauptet und stärkt seine Positionierung.

Steigende Beiträge sprechen für mehrere Dinge zugleich: für eine zahlungsbereite Zielgruppe, für die Relevanz persönlicher Betreuung, für den Wert einer klaren gesundheitsorientierten Positionierung und für die Fähigkeit des Segments, sich als Premiumangebot vom klassischen Fitnessmarkt abzugrenzen. Wäre das Vertrauen in das Modell grundsätzlich beschädigt, wäre eine solche Preisentwicklung kaum durchsetzbar.

Genau hier zeigt sich die eigentliche Gegenbewegung: weniger unscharfe Strukturen, aber mehr Wertschöpfung pro klar positioniertem Angebot.

EMS ist kein Selbstbedienungsprodukt, sondern Personal Training mit klaren Regeln

Genau hier liegt die entscheidende Erkenntnis für die Zukunft des Marktes. EMS ist kein Selbstbedienungsprodukt und auch keine technische Abkürzung für Training ohne Begleitung. Seine Stärke liegt im geführten Format.

Die regulatorische und normative Einordnung stützt genau dieses Marktverständnis. Für den gewerblichen EMS-Markt gibt es klare Vorgaben. Medizinprodukterecht, NiSV und DIN 33961-5 regeln Gerätesicherheit, Ausbildung und Anwendung. Zugleich ist definiert, dass EMS aus Sicherheitsgründen und zur Steigerung der Trainingseffektivität im Kern als Personal Training mit fixierten Terminen und einer Betreuungsrelation von idealerweise eins zu eins oder maximal eins zu zwei gedacht ist.

Für den Markt ist das enorm wichtig. Denn genau daraus ergibt sich, warum EMS nicht beliebig in Richtung Gruppentraining, Selbstbedienung oder reine Techniklogik skaliert werden kann. Seine Stärke liegt gerade in Betreuung, Struktur und Verbindlichkeit. Wer das verwässert, schwächt das Modell. Wer das konsequent umsetzt, stärkt seine Position im Markt.

Gesundheit, Longevity und Demografie sprechen klar für EMS

Die Nachfrageseite spricht langfristig deutlich für das Segment. Gesundheit, Prävention, aktives Altern und Longevity gewinnen in Deutschland weiter an Bedeutung. Genau in diesem Umfeld hat EMS sehr gute Voraussetzungen.

Das Angebot passt zu Menschen, die körperlich leistungsfähig bleiben möchten, ohne sich im klassischen Fitnessmarkt zuhause zu fühlen. Es passt zu Kunden mit wenig Zeit, mit höherem Betreuungsbedarf oder mit dem Wunsch nach einem wirksamen, strukturierten und gesundheitsorientierten Training. Gerade ältere, gesundheitsbewusste und zahlungskräftigere Zielgruppen finden hier ein Angebot, das besser zu ihren Bedürfnissen passt als viele klassische Studiomodelle.

Hinzu kommt eine klare Marktverschiebung. Der klassische Fitnessmarkt entwickelt sich in vielen Bereichen stärker in Richtung jüngerer Zielgruppen, kettengeprägter Modelle, smarter Zugänge und effizienter Flächennutzung. Das ist aus Sicht dieses Marktes logisch. Für EMS entsteht daraus jedoch eine noch klarere Abgrenzung.

Denn die typische EMS-Zielgruppe wird künftig immer seltener in Einrichtungen zu finden sein, die vor allem auf junge, flexible und preisorientierte Nutzer ausgerichtet sind. Je deutlicher sich der klassische Fitnessmarkt in diese Richtung entwickelt, desto stärker kann sich EMS als eigenständiges Premium- und Gesundheitssegment profilieren.

Auch die demografische Entwicklung spielt dem Markt in die Karten. Eine älter werdende Gesellschaft, ein höheres Bewusstsein für Gesundheitsvorsorge und der Wunsch, körperliche Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten, stärken genau jene Zielgruppen, für die Betreuung, Wirksamkeit und Verlässlichkeit wichtiger sind als reine Fläche oder günstige Beiträge.

Existenzgründung kann der Wachstumsmotor der nächsten Marktphase werden

Ein besonders wichtiger Hebel für die weitere Entwicklung des EMS-Marktes ist die Existenzgründung. Gerade hier liegt das Potenzial, die nächste Wachstumsphase anzutreiben.

Denn EMS gehört zu den wenigen Geschäftsmodellen, die eine Selbstständigkeit mit vergleichsweise überschaubarem Eigenkapital ermöglichen können. Im Vergleich zu vielen anderen Gründungen in Fitness, Gesundheit oder Gastronomie bleiben Flächenbedarf, infrastrukturelle Komplexität und klassische Investitionshürden häufig deutlich überschaubarer. Gleichzeitig erlaubt das Modell durch seine klare Dienstleistungs- und Preisstruktur wirtschaftlich attraktive Einstiegsszenarien.

Das macht EMS nicht nur für erfahrene Betreiber interessant, sondern ausdrücklich auch für Quereinsteiger. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die notwendige Qualifikation nicht dem Zufall überlassen ist, sondern über klare regulatorische Vorgaben strukturiert wird. Die NiSV schafft hier zusammen mit den weiteren Vorgaben einen definierten Rahmen für Markteintritt, Qualifikation und professionellen Betrieb.

Gerade diese Kombination ist stark: überschaubarer Kapitaleinsatz, klare Positionierung, geregelte Qualifikation und ein Angebot mit hoher Betreuungs- und Wertschöpfungstiefe. Für viele Gründer ist das ein überzeugenderes Modell als klassische Fitnesskonzepte, die häufig größere Flächen, größere Teams und deutlich kapitalintensivere Strukturen verlangen.

Hinzu kommt: Der Markt ist heute reifer als in der ersten großen Wachstumsphase. Die Erfolgsfaktoren sind klarer erkennbar. Es ist sichtbarer geworden, welche Konzepte funktionieren, welche Zielgruppen tragfähig sind und welche Fehler vermieden werden sollten. Das senkt nicht das unternehmerische Risiko, macht es aber deutlich besser einschätzbar.

Genau hier liegt der eigentliche Wachstumsmotor: Wenn neue Anbieter nicht mehr auf einen bloßen Trend aufspringen, sondern gezielt in ein klar konturiertes, gesetzlich strukturiertes und wirtschaftlich verständliches Premiumsegment gründen, kann Existenzgründung zu einem der stärksten Treiber des EMS-Marktes 2.0 werden.

Der EMS-Markt entwickelt sich in Richtung EMS-Markt 2.0

Die realistische Prognose lautet deshalb nicht, dass der EMS-Markt dauerhaft unter seinem Potenzial bleibt. Wahrscheinlicher ist eine Erholung auf neuer Grundlage.

Diese nächste Phase lässt sich als EMS-Markt 2.0 beschreiben: ein Markt, der aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre gelernt hat, professioneller arbeitet, klarer positioniert ist und seine Zielgruppen präziser anspricht. Nicht jede frühere Wachstumsfantasie wird zurückkehren. Aber gerade deshalb kann die nächste Entwicklungsstufe wirtschaftlich belastbarer sein als die vorige.

Dafür sprechen mehrere Faktoren gleichzeitig: eine bereinigte Marktstruktur, professionellere neue Anbieter, verbesserte Chancen in der Mitarbeitergewinnung, ein steigendes Preisniveau, die starke Relevanz von Gesundheit und Longevity sowie eine demografische Entwicklung, die dem Segment klar in die Karten spielt.

Wenn EMS konsequent als das angeboten wird, was es im Kern ist – ein betreuungsintensives, gesundheitsnahes Premiumformat –, dann kann der Markt nicht nur stabiler, sondern auch größer werden als bisher. Nicht trotz der Bereinigung, sondern gerade wegen der Klarheit, die daraus entstanden ist.

Fazit der Redaktion

Der EMS-Markt in Deutschland ist größer als die reine Zahl der EMS-Studios vermuten lässt. Trotzdem bleiben die spezialisierten Studios der wichtigste sichtbare Kernmarkt und damit der beste Gradmesser für seine Entwicklung.

Diese Entwicklung verlief in den vergangenen Jahren in drei Phasen: Wachstum, Stagnation, Bereinigung. Entscheidend ist jedoch die Einordnung. Der Markt hat nicht deshalb an Dynamik verloren, weil EMS grundsätzlich an Relevanz eingebüßt hätte. Die größten Ursachen lagen vielmehr im Personalmangel und in Konzepten, die sich zu weit vom betreuungsintensiven Kern des Angebots entfernt haben.

Gleichzeitig zeigt gerade das steigende Preisniveau, dass der Markt nicht in einen Preisverfall rutscht, sondern seine Positionierung behauptet. Das ist ein starkes Zeichen für Struktur, Zahlungsbereitschaft und wirtschaftliche Substanz. Hinzu kommen eine verbesserte Perspektive bei Personal, eine klare regulatorische Ordnung und attraktive Bedingungen für neue Gründer.

Gerade daraus entsteht heute die Chance auf eine neue Marktphase. Viel spricht dafür, dass sich in den kommenden Jahren ein EMS-Markt 2.0 entwickelt: professioneller, strukturierter, klarer positioniert – und langfristig stärker und größer als bisher.

Der nächste Wachstumsschub des Marktes wird deshalb voraussichtlich nicht aus Hype entstehen, sondern aus Qualität, klarer Zielgruppenorientierung und professionell geführter Selbstständigkeit.

Quellen & wissenschaftliche Grundlagen

DSSV-Strukturkennzahlen und DSSV-Eckdaten zum EMS-Markt 2019 bis 2026