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Training bei MS – elektrische Muskelstimulation bei Multipler Sklerose?

Gesundheit & Fitness

Lesedauer: ca. 3 Minuten


Weltweit leben Schätzungen zufolge rund 2,5 Millionen Menschen mit Multipler Sklerose (MS). Die Häufigkeit der Erkrankung steigt mit der geografischen Entfernung vom Äquator – so ist MS in den kühlen Klimazonen (Mittel- und Nordeuropa, USA, Südkanada, Südaustralien, Neuseeland) am weitesten verbreitet. In Deutschland sind laut neuen Zahlen des Bundesversicherungsamtes mehr als 122.000 Personen von der Krankheit betroffen und jährlich kommen 2.500 Menschen neu hinzu. Dabei erkranken Frauen doppelt so häufig wie Männer und bei den meisten Betroffenen wird MS zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr diagnostiziert. MS ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen im jungen Erwachsenenalter.


Betroffenen bleibt nichts anderes übrig, als mit ihrer Krankheit zu leben. Das Ziel einer Therapie ist, dass Erkrankte ihre Selbstständigkeit und Lebensqualität aufrechterhalten. Dazu gehört auch, in der Lage zu körperlicher Betätigung zu sein, denn Bewegung wirkt nicht nur gegen Stress und depressive Verstimmungen, sondern steigert auch die Lebensfreude. So kann Sport bei MS-Patienten*innen zahlreiche positive Auswirkungen auf die Lebensqualität haben.


Multiple Sklerose Schaubild

Was bei Multipler Sklerose passiert, nennt man auch Demyelinisierung oder "Entmarkung". Denn es werden sogenannte Myelinscheiden zerstört. Diese umgeben die Nervenfasern und sorgen für eine höhere Nervenleitgeschwindigkeit.


Was ist Multiple Sklerose?


MS ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die das Gehirn, das Rückenmark sowie die Sehnerven befallen kann. MS ist bisher nicht heilbar, denn die Ursache konnte noch nicht endgültig geklärt werden und lässt viele Fragen offen. Verlauf, Beschwerden, Schwere und Therapieerfolg der Krankheit können von Patient zu Patient so verschieden verlaufen, dass kaum allgemeingültige Aussagen getroffen werden können. Nicht umsonst wird MS auch als „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern” bezeichnet.


Wie äußert sich MS? Typische Symptome sind: Muskelschwäche oder Lähmungen, Verschlechterung der Sehschärfe, Gleichgewichtsstörungen und Koordinationsprobleme, starke Müdigkeit, krampfhafter Anstieg der Muskelspannung (Spastik), extremer Harndrang, Gefühlsstörungen oder Missempfindungen.


Zunächst verläuft MS am häufigsten in Schüben, das bedeutet, die Symptome treten plötzlich ohne erkennbare Ursache auf und klingen nach einigen Tagen oder Wochen wieder vollständig ab. Bis der nächste Schub einsetzt, kann es mehrere Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern. Nach einem längeren schubartigen Verlauf verwandelt sich die Krankheit bei vielen Betroffenen in einen fortschreitenden Verlauf, in dessen Folge sich die Behinderungen nicht mehr komplett zurückbilden.


Obwohl MS nicht heilbar ist, lässt es sich durch moderne Therapieansätze und Medikamente gut behandeln. So können auf diese Weise die Häufigkeit und Schwere der Schübe vermindert sowie das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt werden. Mehr Informationen zur Krankheit, Neuigkeiten und Forschung bietet u. a. der dmsg (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.)


Training bei Multiple Sklerose: Kommt EMS in Frage?


Der aktuelle Wissensstand zum EMS-Training bei MS ist bisher leider noch sehr dürftig. Nach derzeitigem Forschungsstand lässt sich also keine generelle Empfehlung geben, da die Krankheit bei jedem Betroffenen unterschiedlich verläuft und sich die Behandlung nach dem aktuellen Status des Patienten richtet.


Falls du als MS Patient*in ein EMS-Training in Erwägung ziehst, solltest du dich vorher unbedingt an deinen behandelnden Artz wenden! Bei akuten Schüben darf kein EMS gemacht werden, da diese durch die elektrischen Impulse verstärkt werden können.


Bisher wurden Elektrotherapien nur bei lokaler Anwendung an MS-Patienten getestet, was sehr gute Ergebnisse bei Inkontinenz und zum Teil bei Spastiken hervorbrachte. MS steht jedoch auf der Liste der Kontraindikationen von EMS, da es sich hier um eine neurologische Erkrankung handelt und Nebenwirkungen durch das Training nicht ausgeschlossen werden können.


Fazit


Obwohl einzelne Behandlungen mit EMS – Erfahrungsberichten zufolge – gute Verbesserungen mit sich brachten, kann man diese Aussage auf gar keinen Fall verallgemeinern! Für den Fall, dass die Behandlung mit EMS anschlägt, sind sicherlich gute Erfolge zu erwarten. Es ist allerdings genauso möglich, dass sich die Symptome verschlechtern. Beide Möglichkeiten müssen hier gegeneinander abgewogen werden – letztendlich entscheidet der behandelnde Arzt, ob ein EMS-Training mit MS machbar ist oder ob darauf verzichtet werden sollte.



Quelle: Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.

©2020 Redaktion EMS-TRAINING.DE


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